Röhnisch & Krahl-Röhnisch
Röhnisch & Krahl-Röhnisch

Rechtsanwalt für Umgangsrecht - Berlin Reinickendorf

Bei Trennung und Scheidung sind es oft die Kinder, die zwischen die Fronten geraten oder in die Konflikte der Eltern oder der gesamten Familie bewusst oder unbewusst mit hineingezogen werden. In diesem Situationen ist es oft wichtig, schnell tragfähige Umgangsregelungen zu finden, um die Kinder nicht zusätzlich zu belasten oder gar zu traumatisieren.

 

Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind berechtigt und verpflichtet; so sagt es das Gesetz. Dies gilt auch dann, wenn Sie kein gemeinsames Sorgerecht oder Aufenthaltsbestimmungsrecht haben!

 

Wann, wo und wie der Umgang stattfinden soll, regelt das Gesetz nicht. Vielmehr richtet sich dies danach, was für Ihr Kind/Ihre Kinder in der aktuellen Situation am besten ist.


Häufig wird geregelt, dass der nichtbetreuende Elternteil die Kinder an jedem zweiten Wochenende sieht. Je nach Alter und konkreter Familiensituation kann dies nur stundenweise (insbesondere bei sehr kleinen Kindern oder nach einer langen Kontaktpause) oder von Freitag nach der Schule/Kita bis Montag vor der Schule/Kita sein. Häufig kommt noch ein weitere Nachmittag in der Woche dazwischen dazu.

 

In der Regel ist es außerdem sinnvoll, Regelungen über hohe Feiertage, die Urlaubszeit und/oder die Geburtstage des Kindes/der Kinder oder der Eltern zu treffen. Auch Telefonzeiten oder die Weitergabe von Informationen können verbindlich festgelegt werden.

 

Gerne berät Fachanwältin für Familienrecht Daniela Stockburger Sie kompetent zum Umgangsrecht und vertritt - sofern notwendig - Ihre Interessen zum Wohl des Kindes gerichtlich.

Umgangsrecht einfordern: Anwalt oder Jugendamt?

In vielen Fällen ist es bei Streitigkeiten über den Umgang sinnvoll, sich an das zuständige Jugendamt zu wenden. Die Mitarbeiter werden versuchen, mit Ihnen eine Umgangsregelung zu erarbeiten. Dies kann gut funktionieren.

Der Nachteil daran ist, dass – wenn sich einer der beiden daran nicht hält – es keine Möglichkeit gibt, die getroffene Umgangsregelung durchzusetzen. Gerade wenn dies der Fall ist, sollten Sie nicht zu lange zögern und sich anwaltlich beraten lassen.

 

Eine durchsetzbare Vereinbarung können Sie ausschließlich im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens erlangen - andere Möglichkeiten gibt es nicht. Das heißt, Sie müssen selbst aktiv werden und bei Gericht ein Umgangsverfahren führen, um Sicherheit zu erlangen. Das Jugendamt ist in diesem Verfahren immer beteiligt.

 

Tipp vom Anwalt: Lassen Sie sich frühzeitig beraten, um auch im Umgang mit dem Jugendamt alles richtig zu machen.

Streit um den Umgang mit gemeinsamen Kindern

Auch wenn sich beide Elternteile scheinbar einvernehmlich über den Umgang mit gemeinsamen Kindern geeinigt haben, kommt es häufig zu Streitigkeiten darüber. Häufige Probleme sind:

  • Ein Elternteil hält sich nicht an die getroffene Vereinbarung und ändert die Besuchszeiten eigenmächtig, z.B. bringt der Umgangsberechtigte das Kind stets später als abgesprochen zurück oder erscheint (unangekündigt) zu nicht festgelegten Terminen.
  • Der Umgangsberechtigte möchte das Kind übernachten lassen oder es mit in den Urlaub nehmen.
  • Boykottieren vereinbarter Umgangstermine durch ein Elternteil, bspw. durch “plötzliche” Krankheit/Abwesenheit des Kindes.
  • Auf Veranlassung eines Elternteils will das Kind plötzlich keinen Umgang mehr mit dem Umgangsberechtigten. Hier kann nur anwaltlicher Rat und Beistand helfen.
  • Auch bei langen Anreisezeiten hat der Umgangsberechtigte in der Regel keinen Anspruch darauf, dass ihm das Kind gebracht wird oder Reisekosten vom anderen Elternteil (mit)getragen werden.

Bei wiederkehrenden Problemen sind das Jugendamt und ein Anwalt einzuschalten. Notfalls muss eine Umgangsregelung beim Familiengericht beantragt werden. Erst mit Erwirken einer verbindlichen Umgangsentscheidung vor Gericht kann die Vereinbarung verlässlich durchgesetzt werden.

Umgangsausschluss

Es kommt nicht selten vor, dass die Situation nach einer Trennung belastet ist und der Elternteil, bei dem die Kinder leben, den Kontakt des anderen Elternteils (vorübergehend) einschränken oder ausschließen möchte, um die Kinder (und sich!) zu schützen oder zu entlasten. In diesem Fall ist es ratsam, sich zuvor rechtlich beraten zu lassen. Bloß zu behaupten, dass der Umgang mit dem anderen Elternteil schädlich für das Kindeswohl sei, reicht nicht aus. Dies muss bewiesen werden.

Nur wenn das körperliche oder seelische Wohl des Kindes gefährdet ist, kann der Kontakt zum Umgangsberechtigten eingeschränkt oder ganz ausgeschlossen werden. Gründe für eine Umgangssperre können sein:

  • Gewalttätigkeit des Umgangsberechtigten
  • Alkoholismus, Drogenabhängigkeit und andere Suchterkrankungen
  • Psychische Erkrankungen
  • Nachgewiesener sexueller Kindesmissbrauch
  • Im Einzelfall kann das Familiengericht prüfen, ob zum Schutz des Kindes ein begleiteter Umgang durch einen Umgangspfleger ausreicht.

Der Umgangsausschluss gilt nur für die Dauer der Gefährdung. D.h., dieser wird immer nur für einen begrenzen Zeitraum ausgesprochen und muss nach Ablauf wieder neu überprüft werden. Er kann aufgehoben werden, wenn der Sachverhalt nicht mehr gefährlich ist.

Geringeres Konfliktpotenzial durch präzise Umgangsvereinbarungen schaffen

Um Streitigkeiten über das Umgangsrecht vorzubeugen, sollten Eltern eine möglichst genaue Umgangsvereinbarung treffen, die alle wichtigen Punkte detailliert abdeckt. Diese Vereinbarungen sollten in schriftlicher und gebündelter Form festgehalten werden. Die Vereinbarung sollte neben den regelmäßigen Umgangsvereinbarungen auch mögliche Sonderfälle und Ausnahmen beinhalten.

 

Dies können beispielsweise sein:

  • An welchen Wochentagen und zu welchen Uhrzeiten wird das Kind geholt und gebracht?
  • Werden Kosten für eine lange An- und Abreise geteilt?
  • Was passiert, wenn das Kind oder ein Elternteil krank ist?
  • Was ist mit Ferien und Urlaub?
  • Welche Regeln gelten für lange Wochenenden und Feiertage?
  • Was ist mit dem Geburtstag des Kindes oder eines Elternteils?
  • Was ist, wenn andere Termine (Klassenfahrten, Geburtstagsfeiern, Wettkämpfe, etc.) auf den Besuchstag fallen?

Umgangsrecht ist auch Umgangspflicht

Das Umgangsrecht umfasst neben der Möglichkeit auch die Verpflichtung, den Umgang mit dem Kind auszuüben, sofern es dem Kindeswohl dient.

 

Das Kammergericht hat entschieden, dass auch der betreuende Elternteil ein Umgangsverfahren einleiten kann, in dem der Umgang mit dem nicht betreuenden Elternteil geregelt werden kann. Ein gerichtlich gebilligter Umgangsvergleich der Eltern oder ein Umgangsbeschluss des Gerichts kann grundsätzlich mit Ordnungsmitteln durchgesetzt werden.

 

Ob eine zwangsweise Durchsetzung des Umgangsbeschlusses bzw. eine Durchsetzung gegen den Willen des umgangsberechtigten Elternteils für die Entwicklung des Kindes förderlich ist, muss im Einzelfall erwägt werden.

 

Häufig passiert es einfach, dass der umgangsberechtigte Elternteil sein Umgangsrecht nur aufgrund von Unzuverlässigkeit nicht ausübt. In solchen Fällen genügt meistens, den Umgangsberechtigten auf die Möglichkeit einer gerichtlich durchsetzbaren Ausübungspflicht hinzuweisen - schon stellt sich Besserung ein.

Umgangsrecht für Großeltern, Geschwister und andere Bezugspersonen

Auch andere Personen wie Geschwister (ebenso Halb-, Stief-, Adoptivgeschwister), Großeltern, fernere Verwandte, Stiefväter, und weitere Bezugspersonen können ein Umgangsrecht erhalten. Die Voraussetzungen für andere Personen, das Umgangsrecht zu erhalten, sind hier jedoch strenger als bei den rechtlichen Eltern. Während bei den Eltern das Kindeswohl beim Umgang mit dem Kind angenommen wird, muss dies in allen anderen Fällen stets im Einzelfall festgestellt werden. Auch der leibliche (nicht rechtliche) Vater fällt unter diese Personengruppe.

 

Die Person, für die das Umgangsrecht erlangt werden soll, muss bereits vorher tatsächliche Verantwortung für das Kind getragen haben. Die tatsächliche Verantwortung wird angenommen, wenn die Person bereits längere Zeit mit dem Kind zusammengelebt hat oder ein auf gemeinsam verbrachter Zeit begründetes Vertrauensverhältnis besteht.

 

Es ist jedoch nicht Sinn und Zweck des Umgangsrechts, eine soziale Beziehung neu oder erneut herzustellen.

Sie haben Fragen zum Umgangsrecht?

Bei weiteren Fragen stehen unsere kompetenten Anwälte selbstverständlich für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

 

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